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Claudio Böckli in Sotschi am Start

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Wenn Claudio Böckli seine ersten Trainingseinheiten in Sotschi im Biathlon- und Langlaufzentrum «Laura» absolviert, dürfte er die Strecke nicht mehr wieder erkennen. «Sie haben einiges geändert, etwa auch einen der Aufstiege abgetragen», sagt der 29-jährige Seegräbner. Auslöser für die Umbauarbeiten war die Kritik nach den Weltcup-Rennen im letzten Jahr, bei denen gleich reihenweise Athleten zu Fall kamen. Welches ist Böcklis wichtigste Erkenntnis nach seinem ersten Besuch in Sotschi? «Es ist eine sehr strenge Strecke.»

Anforderungsreich war bisher auch die Saison für den Oberländer. 13 Weltcup-Rennen hat Böckli seit Ende November bestritten. Die Resultate waren in den Einzelrennen nicht so gut wie erhofft. Böckli zeigte im Schiessstand konstante Leistungen, in der Loipe aber Schwächen. Die Konsequenz: Er konnte sich das Olympia-Ticket für die Einzelrennen in Sotschi nicht sichern. Dank starken Leistungen in der Staffel steht er dafür im Mannschaftswett- bewerb am 22. Februar neben Weger, Hallen- barter und Joller am Start. Noch hat Swiss-Ski kein offizielles Ziel fürs Rennen ausgegeben. Mit Blick auf die bisherigen Ergebnissen der Saison (8, 7, 9, 13) sagt Böckli: «Der Mindestanspruch ist ein Topten-Platz.»

Wie gross ist Ihr Olympiafieber wenige Wochen vor den Wettkämpfen?

Claudio Böckli: Gross. Die Qualifikation für Sotschi war seit langem mein Ziel. Ich wollte unbedingt einmal an Olympischen Spielen starten. Deshalb habe ich in den Trainings regelmässig daran gedacht.

An den Olympischen Spielen 2010 kamen sie als Ersatz kein einziges Mal zum Einsatz. Welche Erinnerungen haben Sie an die Zeit in Vancouver?

Vom fehlenden Start abgesehen habe ich nur positive Erinnerungen. Ich habe mitbekommen, wie ein solch gigantischen Ereignis abläuft und kann nun von den Erfahrungen profitieren.

Woran denken Sie beim Wort Olympia als erstes?

An Biathlon, weil es mein Beruf ist.

Um sich vor Grippe-Infektionen zu schützen gilt im Biathlon-Team während der ganzen Saison offiziell: Küssen verboten. Wie strikt haben Sie sich daran gehalten?

(lacht) Es geht eigentlich nicht ums Küssen der eigenen Freundin, sondern um die Küsschen bei der Begrüssung. Diese fallen weg. Zusätzlich habe ich weitere Massnahmen ergriffen, um mich vor Infektionen zu schützen. Ich habe immer ein Hände-Desinfektionsmittel dabei. Die eigene Freundin zu küssen ist jedoch kein Problem. (lacht)

Mit welchem Motto gehen Sie Ihren Staffel-Einsatz in Sotschi an?

Ein Motto habe ich keines, dafür ein Ziel: Ich will einen Exploit landen. Durch meinen Kopf geistert das perfekte Rennen.

Was halten Sie vom olympischen Gedanken «Mitmachen ist wichtiger als ­gewinnen»?

Dieser Gedanken hat etwas für sich. In Sotschi wird es wohl einige Leute dabei haben, die man im Weltcup jeweils nicht sieht, weil sie kaum auf Langlauf-Ski stehen können. Ich bin aber zu ehrgeizig, um einfach dabei sein zu wollen.

Die Spiele in Sotschi stehen in der Kritik. Es werden Debatten über die Menschenrechte geführt, zudem werden die extrem hohen Kosten und Bausünden angeprangert. Wie stark beschäftigt Sie dies?

Ich probiere, diese Diskussionen nicht an mich herankommen zu lassen und mich auf den Sport zu konzentrieren. Ich habe damit genug zu tun. Detaillierter möchte ich mich dazu nicht äusseren. Es ist auch nicht meine Aufgabe als Sportler, dies zu tun. Dafür gibt es genügend andere Personen.

Schmälert die Unruhe Ihre Vorfreude?

Nein. Ich erwarte tolle Wettkämpfe. Der Sport an sich müsste ja eigentlich das Hauptthema sein, ist aber teilweise durch die Kritik in den Hintergrund gerückt. Das finde ich schade.

Sebastian Vettel gibt seinen Rennwagen jeweils Namen. Zuletzt wurde der Deutsche mit «Hungry Heidi» wieder Formel-1-Weltmeister. Welchen Spitznamen hat Ihr Arbeitsgerät, das Gewehr?

(lacht) Manchmal kommt der Servicemann und drückt mir die Ski mit den Worten in die Hand: «Hier hast du Raketen» – aber mein Gewehr hat definitiv keinen Spitznamen.

Wie kompliziert ist es, mit einem Gewehr durch die Welt zu reisen?

Im Prinzip ist es kein Problem. Ich habe einen Waffenpass und jeweils offizielle Einladungen der Rennveranstalter dabei. Bei Reisen nach Russland ist es allerdings sehr aufwändig. Neben dem normalen Visum braucht es für das Gewehr rund zehn Ausweise mehr als üblich.

Weshalb sollten sich TV-Zuschauer Biathlon-Wettkämpfe ansehen?

In meinen Augen sind Biathlon-Rennen sehr spannend. Es ist immer alles offen bis zum Schluss.

Wer ist Ihr grösster Fan?

Keine Ahnung, wer mir am meisten die Daumen drückt. (lacht) Aber es dürfte meine Familie sein, die mich oft auch an der Strecke unterstützt.

Und wer ist Ihr härtester Kritiker?

Das bin ich selber. Ich habe meine Vorstellungen, wie Trainings und Wettkämpfe ablaufen sollten und setze mich manchmal stark unter Druck.

Wie sieht Ihr Ablauf vor einem Wettkampf jeweils aus?

Nach dem Frühstück jogge ich, um richtig wach zu werden. Danach beschäftige ich mich mit dem Gewehr. Drei Stunden vor dem Rennen esse ich nochmals, danach geht es Richtung Stadion zum Skitest und zum Einschiessen.

Wie entspannen Sie am besten?

Gut ist, wenn man nach dem Rennen noch schnell zum Physiotherapeuten kann. Am Abend sitzen wir Athleten dann häufig zusammen und jassen.

Welche Schlagzeile möchten Sie an den Olympischen Spielen über sich lesen?

Böckli mit einem Exploit!

Welcher Schweizer gewinnt in Sotschi sicher eine Medaille?

Dario Cologna.

Welche Wettkämpfe würden Sie vor Ort gerne live erleben?

Den Eishockeyfinal. Und ein Ski-Rennen habe ich noch nie live gesehen.

Mit welchem Olympiateilnehmer möchten Sie einen Tag lang tauschen?

Mit einem Skicrosser. Action und Geschwindigkeit – das würde mir passen.

Wie steht es um Ihre Russischkenntnisse?

Sehr schlecht. Ich hatte beim SC am Bachtel zwar einen russischen Trainer, aber das hilft mir jetzt nichts.

Was darf in Ihrem Gepäck nicht fehlen?

Mein Kopfkissen ist immer dabei. (ZO-Online)

 

Quelle Zürcher Oberländer - Erstellt: 24.01.2014

 



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